16.10.06

Watzmann Ostwand,

Berchtesgardener Weg (III+),1800hm!

Man spricht von der längsten Ostalpenwand……

 

Max, Fachübungsleiter der Sektion Gangkofen, ein leidenschaftlicher Drachenflieger, Marathonläufer, Skitourengänger und natürlich Bergsteiger, lernte ich in kennen, traf ihn am Großglockner wieder….. und dann kam unsere gemeinsame Ostwandbegehung.

 

Treffpunkt Ramsau am Königssee , Samstag 15.10.06, 9.00Uhr

Vor der grossen Tour stellte mich Max erst einmal auf die Probe, scheuchte mich 800hm den Berg hinauf und kletterte mit mir 200hm im 5-6 Schwierigkeitsgrad, um mir dann zu sagen, den Watzmann  gehen wir ohne Seil.

Jetzt hieß es, Gewicht sparen. Der Rucksack wurde auf dem Kopf gestellt und nur das Notwendigste kam mit (….auch das Seil, darauf bestand ich!).

Ich wollte mit ihm ja kein Marathon starten, diese Tour sollte mir in guter Erinnerung bleiben!

Um 16.00 ging es dann mit dem Schiff nach Bartholomä zur Ostwandhütte .

Den Schlüssel holten wir uns im Gasthof , bevor alle ‚Inselbewohner’ das Weite suchten,

denn ab 18.00Uhr sah man dort keine Menschenseele mehr,…ausser die Ostwandaspiranten. Wir waren 7 an der Zahl.

 

Ostwandlager

 

Um 5Uhr morgens waren wir alle hellwach, nahmen ein kleines Frühstück und machten uns auf dem Weg.

 

Morgendlicher Nebel übern Königsee

 

[ Die Tücke in dieser Wand, ist die schwierige Orientierung, die Dauer der Route und die Steinschläge, je mehr Besteiger in der Wand sind.

 

Sonneaufgang an der Rampe

 

 

Zusätzlich ist eine stabile Wetterlage Voraussetzung für diese Besteigung!]

So gingen und kletterten wir langsam in denTag hinein, unsere Nachsteiger verirrten sich schon in der ersten Rinne. Als sie uns wohl nicht mehr hörten, machten sie kehrt und versuchten uns nicht mehr zu überholen.

 

Gehgelände auf vor der Biwakschachtel

 

[ Es gibt 5 klassische Versteiger, in die fast jeder Anfänger ‚reindappt’.]

Die ‚Schlüsselstelle’ dieser Wand war eine 100mtr, IIIer Stelle, die wir seilfrei meisterten.

Eine hohe Konzentration war immer erforderlich, da man sich sehr oft im abschüssigem Gelände befand.

Es mussten die Griffe einfach halten! Bei etwa 2350hm waren wir an der Biwakschachtel angekommen, [ Inhalt: Gummiboden & 4 Schlafsäcke, bestimmt mal eine freiwillige Übernachtung lohnenswert!]

 

Biwakschachtel

 

Nun waren wir 1h vom Gipfel entfernt. Ein kleiner Kraftzug war nun noch zu bewältigen, dann waren wir nach 6h auf dem Gipfel

 

Südspitzen 2713m

 

Nach eine halben Stunde Rast, hiess es nun im IIer Gelände zur Wimbachbrücke abklettern. Das waren dann noch weitere 4h.

Max unterhielt mich noch mit einem sehr gekonntem Jodeln und einmaligem Echo!

Gegen Abend kamen wir dann glücklich und zufrieden an der Wimbachbrücke an und gönnten uns erst einmal ein zünftiges Mahl.

 

Fotos, Bergfotograf: Bernd Ritschel

 

….übrigens die längste Ostalpenwand ist die Montasch Westwand in den julischen Alpen mit 1900hm, unser nächstes Ziel im nächsten Jahr.

Ein grosses Dankeschön an Max für diese erlebnisreiche Bergtour und ein baldiges Wiedersehn’!

Berg heil !

Bericht: Judith